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Welche Demenzformen gibt es?

Diagnostisch ist zwischen den reversiblen Formen der Demenzerkrankung, die bei adäquater Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen rückläufig sind und den irreversiblen, d.h. kontinuierlich bzw. phasenweise fortschreitenden Formen der Demenzerkrankungen, zu unterscheiden. Um dies mit höchster Sicherheit zu realisieren, liegen heute entsprechend anerkannte Untersuchungsalgorithmen vor, die insbesondere in hierfür spezialisierten Praxen und Einrichtungen im Rahmen einer Gedächtnissprechstunde Anwendung finden.

Zu den reversiblen Demenzformen (ca. 5- 10% aller Fälle) werden gezählt:

  • Kognitive Störungen bei einer Depression (sog. Pseudodemenz),
  • Kognitive Störungen bei einem Obstruktiven oder Gemischten Schlafapnoesyndrom,
  • Kognitive Störungen bei Stoffwechselerkrankungen (z.B. chronische Niereninsuffizienz, schwere Leberinsuffizienz) oder hormonellen Störungen (z.B. Schilddrüsenerkrankung),
  • Kognitive Störungen bei Normaldruckhydrocephalus (sog. NPH),
  • u.a.

Zu den irreversiblen Demenzformen (ca. 90- 95% aller Fälle) werden gezählt:

  • Demenz bei Alzheimer- Krankheit (ca. 50- 70% aller Fälle),
  • Vaskuläre Demenz (ca. 15- 25% der Fälle),
  • Mischformen zwischen Demenz bei Alzheimer- Krankheit und Vaskulärer Demenz,
  • Frontotemporale Demenz (ca. 5- 10% aller Fälle) mit den Untertypen:
    • Frontotemporale Verlaufsform mit führender Wesensveränderung,
    • Semantische Demenz mit sog. „flüssiger Aphasie“,
    • Primär- Progressive Demenz mit sog. „nicht flüssiger Aphasie“.
  • Demenz bei Morbus Parkinson,
  • Lewy- Körperchen- Demenz (sog. LBD).

Ferner existieren noch einige seltene Erkrankungsursachen (z.B. Demenz im Rahmen einer Prion- Erkrankung, Demenz bei Mb. Huntington etc.), die im Rahmen der Diagnostik in einer spezialisierten Gedächtnissprechstunde mit abgeklärt werden können.
Grundsätzlich gilt, dass eine sichere Erstdiagnostik die Grundlage dafür ist, rechtzeitig die notwendigen Behandlungsschritte einzuleiten und die Therapie- und Betreuungsschwerpunkte individuell festzulegen. Damit ermöglicht die spezialisierte Diagnostik neben der unmittelbaren Einbeziehung der Angehörigen in den Entscheidungsprozess auch die verlässliche Beratung zu passgenauen Therapie- und Pflegeangeboten. Da es sich bei den irreversiblen Demenzformen um fortschreitende Hirnerkrankungen handelt, ist auch im weiteren Erkrankungsverlauf eine regelmäßige Kontrolle und substantielle Verlaufsdiagnostik (u.a. Labordiagnostik, erweiterte psychologische Testdiagnostik etc.) notwendig, um die Therapien und gewählten Betreuungs- und Pflegeangebote der Erkrankungsphase anzupassen. 

(Quelle: Maier, W. et al. (2010): Interdisziplinäre S3 Praxisleitlinien. Diagnose- und Behandlungsleitlinie Demenz. S. 10- 17. Springer- Verlag GmbH.)

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